Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse)

Abgekürzt als SF-Klasse, beeinflusst die Schadensfreiheitsklasse die Höhe des Beitrags zur KFZ-Versicherung maßgeblich. Je länger ein Fahrer oder eine Fahrerin unfallfrei fährt beziehungsweise die Dienste der Versicherung nicht in Anspruch nimmt, desto höher wird der Rabatt, den das Versicherungsunternehmen gewährt. Fahranfänger und -anfängerinnen erhalten keinen Rabatt, sondern einen Aufschlag auf den Versicherungsbeitrag.

Mit welcher Schadenfreiheitsklasse kann man starten?

Wer mit welcher SF-Klasse startet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Günstigste ist die SF 35. Die steht nicht nur Verfügung wenn man zum ersten Mal ein Fahrzeug versichert. Alle, die ihren Führerschein seit drei Jahren oder mehr besitzt, beginnt mit der SF 1/2. Die SF 1/2 bedeutet, dass etwa 100 Prozent bis 140 Prozent des normalen Beitragssatzes geleistet werden. Fahranfänger und -anfängerinnen, die ihren Führerschein weniger als drei Jahre besitzen und erstmal eine Versicherung für ein Fahrzeug abschließen, zahlen 200 Prozent bis 260 Prozent Beitrag. Das ist die sogenannte SF 0. In der Sonderklasse SF 0 bleiben Fahranfänger während der ersten drei Jahre. Das ist, mit Ausnahme der Malusklasse, die kostenintensivste Klasse der KFZ-Versicherung. Bei einem Wechsel des Versicherers hängt die Einstiegsstufe davon ab, in welcher SF-Klasse man vorher versichert war.

Wie bekommt man einen hohen Schadenfreiheitsrabatt?

Nach 35 unfallfreien Jahren erreichen Versicherte die SF 35. Das ist die Höchstgrenze an Rabatt. In der SF 35 liegt der Beitragssatz bei etwa 20 Prozent des normalen Beitrags.

Mit jedem unfallfreien Jahr kommen Versicherte dieser SF-Klasse näher. Wer ein Jahr unfallfrei fährt, ist bereits von der SF 1/2 in die SF 1 gekommen und zahlt statt der 100 Prozent bis 140 Prozent nur noch zirka 100 Prozent des Beitrags. Nach zwei unfallfreien Jahren werden Versicherte in die SF 2 eingestuft und zahlen nur noch etwa 85 Prozent des normalen Beitrags. SF 3 und SF 4 mit etwa 70 Prozent und 60 Prozent des Beitrags setzen das Schema fort. SF 5 bis SF 8 bezieht sich auf fünf bis acht unfallfreie Jahre und wird mit einem Beitragssatz von etwa 50 Prozent berechnet. Einen hohen Schadenfreiheitsklasse Rabatt bekommt also, wer möglichst lange unfallfrei fährt.

Wie funktioniert die Rückstufung bei der Schadenfreiheitsklasse?

Wer unfallfrei fährt, wird mit jedem Jahr in eine bessere SF-Klasse eingestuft, zahlt also prozentual niedrigere KFZ-Beiträge. Meldet man der Versicherung einen Unfall, wird man dagegen zurückgestuft. Meldet man der Versicherung innerhalb eines Jahres mehrere Unfälle, wird man auch mehrfach zurückgestuft. Die Rückstufungstabellen variieren zwischen den verschiedenen Anbietern. Wie genau die Rückstufung funktioniert, hängt von der Art der Schäden ab und steht in den Versicherungsbedingungen. Im schlimmsten Fall wird man in die Malusklasse eingestuft, die mit den höchsten Beiträgen verbunden sind.

Die Rückstufung vermeidet, wer Blechschäden selber zahlt. Im Falle eines Unfalls lohnt es also, genau zu rechnen: Ist es günstiger, wenn die Versicherung den Schaden zahlt (und sich die SF-Klasse im Folgejahr verschlechtert), oder ist es günstiger, den Schaden selbst zu begleichen? Wichtig zu wissen: Die Rückstufung führt für die folgenden Jahre, nicht nur ein Jahr, zu höheren Beiträgen. Im Regelfall dauert es bis zu zehn Jahre, um den Nachteil wieder aufzuholen. Daraus ergibt sich: Schäden bis 500 Euro oder 1.000 Euro sollten besser selbst gezahlt werden. Das Versicherungsunternehmen berät in diesen Fällen, und die Entscheidung muss nicht sofort getroffen werden. Der Schaden kann innerhalb von sechs Monaten oder länger von der Versicherung zurückgekauft werden.

Tabelle der Schadenfreiheitsklassen im Überblick

SF-Klasse Beitragssatz für die Haftpflichtversicherung (Schadenfreiheitsrabatte) Beitragssatz für die Vollkaskoversicherung (Schadenfreiheitsrabatte)
SF 35 (35 und mehr als 35 Unfallfreie Jahre) 20 % 20 %
SF 34 20 % 21 %
SF 33 21 % 21 %
SF 32 22 % 22 %
SF 31 22 % 22 %
SF 30 23 % 23 %
SF 29 23 % 23 %
SF 28 23 % 23 %
SF 27 24 % 24 %
SF 26 25 % 24 %
SF 25 25 % 25 %
SF 24 26 % 25 %
SF 23 26 % 25 %
SF 22 27 % 25 %
SF 21 27 % 26 %
SF 20 28 % 26 %
SF 19 29 % 27 %
SF 18 29 % 27 %
SF 17 30 % 28 %
SF 16 30 % 28 %
SF 15 31 % 29 %
SF 14 31 % 30 %
SF 13 32 % 31 %
SF 12 33 % 32 %
SF 11 35 % 33 %
SF 10 37 % 34 %
SF 9 38 % 35 %
SF 8 40 % 36 %
SF 7 42 % 38 %
SF 6 44 % 39 %
SF 5 46 % 42 %
SF 4 52 % 45 %
SF 3 58 % 51 %
SF 2 64 % 55 %
SF 1 74 % 60 %
SF ½ (Für Fahrer die erstmalig ein Auto versichern aber nachweislich über Fahrpraxis verfügen.) 84 % 72 %
S (Schadenklasse – Wenn Fahrer aus der SF-Klasse 1 bei Unfallverursachung zurückgestuft werden) 92 % /
0 (Fahranfänger) 100 % 95 %
M (Malusklasse – Wenn Anfänger einen Schaden verursachen werden Sie in diese Klasse zurückgestuft) 140 % 125 %

Welche Schadenfreiheitsklasse nach einem Unfall, beim Wechsel der Kfz-Versicherung?

Es ist möglich, die KFZ-Versicherung zu wechseln. Weil die verschiedenen Versicherungsunternehmen unterschiedliche Rückstufungstabellen haben, führt das zu Unsicherheiten, welche Schadenfreiheitsklasse beim neuen Unternehmen zutrifft. Deshalb ist es ratsam, vor Vertragsabschluss beim neuen Kfz-Versicherer nachzufragen. Mit diesem Vorgehen spart man sich böse Überraschungen und Nachzahlungen. Die Versicherer kommunizieren untereinander, sodass der neue Versicherer die Anzahl der unfallfreien vom alten Versicherer erfährt.

Welche SF-Klasse für Fahranfänger?

Kfz Fahranfänger und -anfängerinnen werden während der ersten drei Jahre ihres Führerscheinbesitzes in die SF 0 eingestuft, wenn sie ein eigenes Auto bei der Versicherung melden. Es ist aber auch möglich, sich während dieser Zeit in den Fahrerkreis des Wagens der Eltern einzutragen. Wer sein erstes Auto erst drei Jahre nach Ablegen der Fahrprüfung oder später meldet, startet mit der SF 1/2, die deutlich günstiger ausfällt.

Welche SF-Klasse beim Zweitwagen?

Beim Zweitwagen bieten die Versicherer Sonderkonditionen. Die Rabatte und Sondereinstufungen sind nicht einheitlich geregelt, sondern variieren zwischen den Versicherern. Sie nennen sich „verbesserte Zweitwagenregelung“. Bei einigen Versicherern wird der Zweitwagen automatisch in die gleiche SF-Klasse wie der Erstwagen eingestuft. Andere Versicherer achten darauf, ob der Erstwagen bei ihnen oder einem anderen Unternehmen versichert ist. Der Zweitwagen wird aber immer mindestens in die SF 1/2 eingestuft, oft ist es sogar die SF-Klasse 2 oder die 3. Die Einstufung hängt von Konditionen wie dem Alter des Fahrers oder der Fahrerin, den Erstwagen und andere Faktoren ab.

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