Teilkaskoversicherung

Als Fahrzeughalter sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Viele Pkw Besitzer wägen darüber hinaus ab, ob Sie eine Teilkasko- oder eine Vollkaskoversicherung abschließen sollten. Um diese Frage beantworten zu können, müssen mehrere Faktoren abgewogen werden. Wenn Sie nicht unnötig draufzahlen möchten lohnt es sich, diesen Beitrag durchtzulesen. In den folgenden Abschnitten werden alle Fragen geklärt, die in Bezug auf Teilkaskoversicherungen aufkommen.

Was ist die Teilkaskoversicherung genau?

Im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung ist die Teilkaskoversicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Sie erweitert die gesetzliche Haftpflichtversicherung und kann häufig mit ihr zusammen abgeschlossen werden.

Teilkaskoversicherung was ist versichert?

Eine Teilkasko versichert bestimmte Schäden an Ihrem Fahrzeug. Anders als bei der Vollkaskoversicherung werden grundsätzlich Schäden ausgeschlossen, die durch das Fahrverhalten des Fahrzeughalters zustande gekommen sind.

Wann lohnt sich eine Teilkaskoversicherung?

In aller Regel ersetzt der Versicherer nur den Zeitwert des Fahrzeuges. Dies ist der Wert, den der Pkw vor dem Schadenseintritt hatte. Deshalb lohnt sich die Teilkasko meist nur, wenn der Fahrzeugwert über 4000EUR liegt. Sollte das Fahrzeug über einen geringeren Wert besitzen, wird von einer Kaskoversicherung abgeraten. In diesen Fällen genügt die gesetzliche Kfz-Haftpflichtversicherung, die Voraussetzung für die Nutzung von Fahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr ist.
Ist das Fahrzeug hingegen deutlich wertvoller, könnte sich stattdessen eine Vollkaskoversicherung mehr lohnen. Diese deckt dann auch Schäden ab, die der Fahrzeughalter indirekt verursacht hat.

Was deckt eine Teilkaskoversicherung ab?

Grundsätzlich deckt die Teilkaskoversicherung all jene Schäden ab, die Sie nicht selbst an ihrem Fahrzeug verursacht haben und für die Sie keine Verantwortung tragen. Trotzdem variieren die Leistungspakete natürlich von Anbieter zu Anbieter.

Grundschutz bei der teilkaskoversicherung

  • Jede Teilkasko deckt Elementarschäden ab. Dies sind Schäden, die aufgrund von Naturgewalten eintreten. Hierzu zählen beispielsweise Sturm- und Hagelschäden. Wichtig ist, dass die Versicherung diese Schäden nachvollziehen können muss. Bei Stürmen muss das Wetteramt bestätigen, dass mindestens die Windstärke 8 vorherrschte. Im Falle von Hagel sollten weitere Schadensmeldungen in der Umgebung verzeichnet worden sein.
  • Fälle von Diebstahl werden von der Teilkaskoversicherung abgedeckt. Sowohl der Diebstahl des Fahrzeuges, als auch der Diebstahl einzelner Fahrzeugteile.
  • Raub ist versichert. Darunter wird die Androhung und/oder Ausübung von Gewalt gegen den rechtmäßigen Fahrer des Pkws zwecks der Aneignung des Fahrzeuges verstanden.
  • Unterschlagung ist in der Versicherung mitinbegriffen. Dies wäre der Fall, wenn der zur Nutzung überlassene Pkw nicht zurückgegeben, sondern unrechtens angeeignet wird.
  • Brand und Explosion, zum Beispiel nach einem Kabelbrand, sind mitversichert.
  • Kurzschlüsse und in manchen Fällen die daraus resultierenden Folgeschäden werden ebenso ersetzt.
  • Für durch Haarwild nach Bundesjagdgesetz (Rehe und Wildschweine) entstandene Schäden werden Sie entschädigt.
  • Glasbruch, beispielsweise durch Steinschlag verursacht, ist Bestandteil der Teilkaskoversicherung.

Erweiterter Schutz bei der Teilkaskoversicherung

  • Marderschäden an Kabeln und Schläuchen sind im Leistungspaket enthalten.
  • Zusätzlich ist es in vielen Fällen ratsam, die Klausel “Verzicht auf die Einrede grober Fahrlässigkeit” in den Versicherungsvertrag mit reinzunehmen. Ist diese Klausel vorhanden, zahlt der Versicherer auch in Fällen, in denen der Fahrer durch grob fahrlässiges Verhalten den Schaden verursacht oder begünstigt hat.

Wie wird die Teilkasko Prämie berechnet?

Die Versicherungsgesellschaft berechnet die Prämie in erster Linie in Abhängigkeit von der Typklasse ihres Fahrzeuges. Anhand der durchschnittlichen Unfallhäufigkeit ihres Fahrzeuges erfolgt eine Einstufung. Relevant ist auch die Regionalklasse. Diese variiert abhängig davon, wo ihr Pkw angemeldet ist und wird anhand einer jährlichen Schadensstatistik angepasst. Außerdem spielen jährliche Kilometerleistung, das Alter des Fahrzeugs und Angaben zum Fahrzeughalter und den Fahrern eine Rolle.
Nutzen junge Fahrer unter 23 oder – versicherungsabhängig – unter 25 das Fahrzeug, steigt die zu zahlende Prämie. Schließlich bezieht der Versicherer auch in seine Berechnungen mit ein, ob Sie das Fahrzeug am Straßenrand oder in einer Garage parken.

Wie kann ich die Prämie senken?

Einen Schadensfreiheitsrabatt gibt es bei der Teilkaskoversicherung im Gegensatz zu der gesetzlichen Haftpflichtversicherung oder der Vollkaskoversicherung nicht. Dies hängt damit zusammen, dass eben die Schäden versichert werden, die unabhängig vom Fahrverhalten des Fahrzeughalters entstehen können. Die Prämie kann infolge eines Umzugs sinken, da sich dann die Regionalklasse ändert. Lohnenswert ist es, bei Vetragsabschluss einen Selbstbehalt zu vereinbaren. Dieser sollte bei 150 EUR liegen, da sich alles darüber hinaus nicht lohnt. Vereinbaren Sie hingegen einen geringeren oder keinen Selbstbehalt, zahlen Sie laut einer Finanztip-Studie durchschnittlich 23 Prozent mehr. Erklären Sie sich mit einer Werkstattbindung einverstanden, können Sie zusätzlich die Prämie zusätzlich zwischen zehn und 20 Prozent senken lassen. Im Schadensfall müssen Sie ihr Fahrzeug dann bei einer vom Versicherer festgelegten Werkstatt reparieren lassen. Lassen Sie jedoch vorsicht walten, sollte Ihr Pkw geleased oder fremdfinanziert sein: In diesen Fällen ist eine Werkstattbindung häufig seitens des Leasinggebers oder der des finanzierenden Bankunternehmens ausgeschlossen.

Fazit

Eine Teilkaskoversicherung kann sich lohnen, wenn Sie über ein Fahrzeug mittleren Wertes verfügen. Ist es weniger als 4000EUR wert, genügt die gesetzliche Haftpflichtversicherung. Ist es hingegen deutlich wertvoller, sollten Sie über eine Vollkaskoversicherung nachdenken. Zusätzlich sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie mögliche Schäden aus eigener Tasche zahlen könnten. Wenn Sie das Auto benötigen und sich keine Reperatur leisten könnten, ist der Abschluss einer Teilkaskoversicherung ratsam.